ERGÄNZUNG DER CHARTA GEFORDERT
  YOIS und Stiftung Weltvertrag fordern "ökologische Nachhaltigkeit" und "Global Governance"
 
 
  Berlin, 12.3.2003. Die seit einiger Zeit im WSIS-Prozess engagierten Organisationen Youth for Intergenaterational Justice and Sustainability (YOIS) und Stiftung Weltvertrag haben zum bevorstehenden Charta-Workshop eigene Ergänzungsvorschläge formuliert. Danach soll die Charta um die Themengebiete "Ökologische Nachhaltigkeit" und "Global Governance" ergänzt werden. Wir dokumentieren im Folgenden die von ihnen heute vorgelegten Formulierungsvorschläge.
Kontakt: Maike Sippel, maike.sippel@gmx.de

Ökologische Nachhaltigkeit
Trotz enormer Effizienzgewinne und vieler Hoffnungen und Versprechungen haben die Informationstechnologien nicht zu einer Entlastung der Umwelt geführt, sondern zu einem deutlich angestiegenen Ressourcenverbrauch. Gleich einem Bumerang fallen durch Informations- und Kommunikationstechnologien realisierte Effizienzmaßnahmen in Form von gesteigertem Ressourcenverbrauch auf uns wieder zurück. Statt dem papierlosen Büro haben wir heute mehr Papier denn je, statt einem Rückgang des Verkehrs durch Telekonferenzen steigt der Energieverbrauch im Transportsektor am stärksten. Wegen der kurzen Lebensdauer der meisten elektronischen Geräte werden Massen von Elektronikschrott erzeugt und müssen entsorgt werden. Um die Informationsgesellschaft ökologisch nachhaltig zu gestalten, müssen globale Rahmenbedingungen gesetzt werden, die die Kosten des Ressourcenverbrauchs internalisieren, so dass am Markt die Knappheit der Ressourcen widergespiegelt wird.

Global Governance
Die Informations- und Kommunikationstechnologien sind die wesentlichen Triebkräfte der Gobalisierung. Das vielleicht gravierendste Merkmal der Informationsgesellschaft ist die Tatsache, dass heute alle Staaten der Erde über wirtschaftliche Verflechtungen miteinander verbunden sind. Während in dieser Weltwirtschaft Eigentumsfragen bereits stark reglementiert sind, fehlt es an Rahmenbedingungen, die die wirtschaftlichen Prozesse durch Minimalstandards besonders in Hinblick auf kommende Generationen ökologisch und sozialverträglich gestalten. In einer vernetzten Welt können diese ökosozialen Standards aufgrund von entstehenden Wettbewerbsnachteilen nicht mehr wie bisher einseitig auf nationaler Ebene gesetzt werden.
Die Informationsgesellschaft hat auch dazu geführt, dass die Menschen sich nicht mehr ausschließlich an ihrer wirtschaftlichen Lage innerhalb des eigenen Landes orientieren, sondern sich mit dem Rest der Welt vergleichen. In diesem Sinne ist nicht nur die tatsächliche, sondern auch die empfundene Ungleichheit zwischen den Wirtschaftsräumen massiv angestiegen, was bereits heute den Frieden auf der Welt zusätzlich gefährdet.

Eine nachhaltige globale Informationsgesellschaft ist nur durch ein effizientes Global Governance System zu erreichen, welches nach dem Modell des EU-Erweiterungsprozesses Mechanismen der Co-Finanzierung mit der Implementierung von ökosozialen Standards verbindet.


 


 
 
 
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