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CHARTA-FORUM |
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Forum 3: Überwindung der digitalen Spaltung |
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Charta Version 2.0
§ 3. Überwindung der digitalen Spaltung
Die Verringerung der digitalen Spaltung muss als Politikziel hoher Priorität anerkannt werden. Die digitale Spaltung, die Spaltung der Bevölkerung in Gruppen, die Zugang zu den neuen Medien haben, und diejenigen, die außen vor bleiben, hat sich entlang der traditionellen - d.h. vor allem sozialen, ethnischen und geschlechtsbezogenen - Spaltungen entwickelt. Sie ist ein globales Problem und betrifft den ungleichen Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien sowohl zwischen den Ländern als auch innerhalb der Gesellschaften, der dazu führt, dass bestehende Chancenungleichheiten weiter verschärft werden.
Die Ermöglichung des Zugangs zu den alten und neuen Medien für alle ist unverzichtbar. Die Überwindung des ungleichen Zugangs muss nach nachhaltigen Prinzipien vorgenommen werden, etwa über an lokale Bedingungen und Bedürfnisse angepasste öffentliche Zugangsorte sowie durch Förderung von Medienkompetenz.
Aktionsplan
- Nationale Regierungen sowie internationale Programme sollten den Schritt vom "Computer für die Armen" hin zu Strategien vollziehen, die an die lokale Situation angepasst sind und unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen eine nationale IKT-Politik und Strategie einschließlich eines Aktionsprogramms zur Überwindung des IKT-Gefälles erarbeiten.
- Die Bereitstellung von Finanzmitteln durch Geberländer (Zuschüsse, Kredite) für F&E, Erwerb von IKT-Technologien, Markteinführung und Fortbildung sollte an den Aufbau lokaler und regionaler IKT-Kompetenzen gebunden werden. Besonders die Förderung des Einsatzes von Open Source Software kann hierbei eine wichtige Rolle spielen. Einerseits aus finanziellen Gründen, andererseits durch das Potenzial, das der offene Code für die Weiterentwicklung und das Aneignen von Know-How bietet.
- Neben der Bereitstellung der IT-Infrastruktur stellt die Vermittlung geeigneter Inhalte eine Herausforderung dar. Inhalte sollten über das Internet in leicht zugänglicher Form, d.h. insbesondere im Hinblick auf Behinderte barrierefrei zugänglich sein.
- Programme sind im Bereich der Erhöhung der Medienkompetenz notwendig. Hierzu gehört die Vermittlung von Fähigkeiten zu Rezeption, Bewertung und Produktion von Medieninhalten, insbesondere für Menschen, die durch das Bildungssystem oder Weiterbildungsmaßnahmen am Arbeitsplatz nicht erreicht werden, z. B. Arbeitslose, Hausfrauen und Hausmänner, SeniorInnen und Jugendliche ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz.
- Bei allen Maßnahmen zur Förderung des Internetzugangs muss besonders auf die Bedürfnisse unterrepräsentierter Gruppen (z.B. Frauen, Senioren, Behinderte, MigrantInnen, Menschen ohne Bildungsabschluss, indigene Gruppen) geachtet werden. Bei allen Aktionspunkten muss der Gender-Aspekt berücksichtigt werden.
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