Während die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Positionen in die offiziellen WSIS Dokumente weiterhin ungewiss ist, bemühen sich mehrere Organisationen, einen zivilgesellschaftlichen Diskussionsprozess zu den Themen der Informationsgesellschaft auch online zu fördern. Im inhaltlichen Austausch und der damit verbundenen Vernetzung sehen viele zivilgesellschaftliche Akteure ein ebenso großes Ziel ihres Engagements im WSIS Prozess wie in der kurzfristigen Beeinflussung der WSIS Agenda.
Der Digital Opportunity Channel und Bytes for All haben ein Diskussionsforum zu Themen begonnen, die den Globalen Süden betreffen, Mandate the Future betreibt ein Forum zu Themen wie Open Source und Mediendiversität, und in Deutschland wird zur Zeit im Chartaforum die "Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft" weiterentwickelt.
Den Anfang machte gegen Ende letzten Jahres die UNESCO mit einem Online Forum, das der thematischen und strategischen Positionierung der Zivilgesellschaft dienen sollte.
Vor kurzem hat nun der Digital Opportunity Channel - Teil des OneWorld Netzwerks - gemeinsam mit Bytes for All das Forum 'Information Society: Voices from the South' eingerichtet, um die Beteiligung des Globalen Südens an der WSIS Debatte zu verbessern. Ziel ist sowohl ein Austausch zwischen Organisationen des Südens, als auch die Entstehung einer Plattform, mithilfe derer ihre Forderungen veröffentlicht und an Verantwortliche herangetragen werden können. Themen sind Armutsbekämpfung, Schutz indigenen Wissens, freier Zugang, Meinungsvielfalt, Medienvielfalt, u.v.m.
Der Digital Opportunity Channel ist auch beteiligt an der Organisation eines weiteren Forums, das von der NGO Mandate the Future aus Sri Lanka initiiert wurde. Themen beinhalten hier u.a. Open Source Software, Gender, und Bildung.
Auf der Seite www.chartaforum.de findet noch bis zum 19. Juni ein Online Forum zur Weiterentwicklung der "Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft" statt. Hierdurch soll der Charta-Prozess, der im letzten Jahr von der Heinrich Böll Stiftung angestoßen worden war, verbreitert und die Themen der Charta mit einem möglichst großen Teil der deutschen Zivilgesellschaft diskutiert werden. Schwerpunkte sind hier u.a. die Privatisierung des Wissens, offene technische Standards, kulturelle Vielfalt und der Schutz der Privatsphäre.