Europäisches Sozialforum
  WSIS Diskussionen beim ESF
 
 
  30. November 2003. Einen Monat vor dem WSIS Gipfel bot das Europäische Sozialforum, das vom 12. bis 16. November in Paris stattfand, zivilgesellschaftlichen Akteuren eine willkommene Gelegenheit, ihre Pläne für den Gipfel zu präsentieren und letzte Details der eigenen Neben- und Alternativveranstaltungen zu organisieren.

Eine der zentralen ESF Podiumsdiskussionen beschäftigte sich mit einer zivilgesellschaftlichen Einschätzung des WSIS. GipfelteilnehmerInnen und -beobachterInnen, u.a. Pascal Fortin, Benamrane Djilali und Jean-Louis Fullsack, kritisierten die neoliberale und Sicherheits-fokussierte Ausrichtung des Gipfels, beschrieben die Gefahren weiterer Privatisierungen und Konzentrationen im Kommunikationssektor, und hoben die fehlende Bereitschaft des Nordens, finanzielle Mittel zur Überbrückung der digitalen Spaltung bereitzustellen, als ein zentrales Problem des aktuellen WSIS Prozesses hervor.

Djiali stellte eine zivilgesellschaftliche Vision der Informationsgesellschaft vor, die menschenzentriert sei, orientiert an der Förderung menschlicher Fähigkeiten, Community-basiert, selbstverwaltet und als Bottom-up Prozess strukturiert. Diese Vision stehe jedoch in deutlichem Gegensatz zu jener, die der WSIS anbiete.

In Bezug auf den von DiskussionsteilnehmerInnen geforderten Aufbau technischer Infrastruktur zur Überbrückung der digitalen Spaltung stelllte Myriam Horngren, Koordinatorin der CRIS Kampagne, klar, dass die digitale Spaltung "keine technische Frage, sondern eine Frage von Interessen" sei, und dass es die originäre Aufgabe des WSIS sein sollte, dort einzugreifen wo jene Interessen menschlichen Bedürfnissen gegenüber ständen. Allerdings erklärte sie, dass das CRIS Netzwerk sehr skeptisch gegenüber dem WSIS geworden sei und dass der "Multi-Stakeholder" Ansatz, der angeblich allen eine Möglichkeit der Partizipation am WSIS Prozess geben solle, eher Traum sei als Realität.

Bruno Clement vom Schweizer Zivilgesellschaftsnetzwerk Comunica-CH zufolge ist das, was außerhalb des WSIS stattfindet, mittlerweile viel interessanter als das, was innerhalb des WSIS passiert. Er bezog sich damit auf die vielfältigen Neben- und Alternativveranstaltungen, etwa das World Forum on Communication Rights oder jene Veranstaltungen, die Comunica-CH organisiert.

Alle Reden und Interventionen der ESF Veranstaltung erhalten Sie (in französischer Sprache) auf CSDPTT.org.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion trafen sich im Pariser Metallo Medialab Mitglieder des Geneva03 Netzwerks und feilten an den Details ihrer geplanten Gegenveranstaltungsreihe WSIS? We Seize!, die am folgenden Tag der Öffentlichkeit präsentiert wurde. WSIS? We Seize umfasst eine zweitägige strategische Konferenz zu kritischen Themen der Informationsgesellschaft, den dreitägigen Videostream High Noon, sowie ein Polimedia Lab als Ort für Experimente, Workshops und praktische Projekte. Diese Veranstaltungen werden am Montag, den 8. Dezember beginnen.
 
 
 
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